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Opel Senator (1978-1986)

Der Opel Senator war eine Pkw-Modellreihe des Automobilherstellers Opel. Er war der Nachfolger der ausgelaufenen Modelle Kapitän/Admiral/Diplomat und wurde von Februar 1978 bis Mai 1993 in zwei Generationen gebaut.
 
Der Senator wurde zum Teil der oberen Mittelklasse zugeordnet, teilweise aber auch der Oberklasse. Er stellte das Spitzenmodell im Opel-Programm dar. Karosserie und Technik waren vom Rekord E (Senator A) bzw. Omega A (Senator B) abgeleitet. Ein Nachfolger des Senator B wurde aufgrund der zu geringen Verkaufszahlen nicht mehr entwickelt.
 
Parallel zum Senator A wurde das auf diesem basierende Coupé Opel Monza mit großer Heckklappe vorgestellt und ausgeliefert. Vom Senator B gab es keine Coupé-Version mehr.
 
Der Opel Senator A diente zudem als Basis für den von Anfang 1981 bis Ende 1989 gefertigten Sportwagen Bitter SC.
 
Der Senator A1 (und auch der Monza A1) wurde auf der IAA im September 1977 vorgestellt und ab Februar 1978 gebaut.
 
Senator A und Monza verfügten als erste Modelle von Opel über Einzelradaufhängungen hinten sowie über Miniblockfedern an der Hinterachse. Der Kunde hatte anfangs die Wahl zwischen zwei Motorisierungen. Im Senator 2,8 S war der aus dem Admiral/Diplomat bekannte und überarbeitete 2,8-Liter-Motor eingebaut, der 103 kW (140 PS) leistete und mit einem Solex-Doppelregistervergaser ausgestattet war. Das neue Opel-Spitzenmodell bildete der Senator 3,0 E mit drei Litern Hubraum und einer Leistung von 132 kW (180 PS), der über eine elektronische Bosch-L-Jetronic-Benzineinspritzung verfügte. Ab August 1978 war zusätzlich der Senator 3,0 S mit drei Litern Hubraum, 110 kW (150 PS) und einem Solex-Doppelregistervergaser erhältlich. Letzterer wurde jedoch von der Kundschaft kaum beachtet. Serienmäßig mit einem 4-Gang-Getriebe ausgestattet, war der Senator ab Juli 1979 optional auch mit einem 5-Gang-Getriebe verfügbar.
 
Sowohl den Senator als auch den Monza gab es als Basisversionen mit einem Interieur in rot, grün, beige, blau oder schwarz, bei denen im Gegensatz zum Rekord/Commodore nahezu sämtliche Details farblich harmonisch aufeinander abgestimmt waren. Die Armaturentafel entsprach dabei der des Rekord/Commodore, nur orientierte diese sich hier auch im oberen Bereich an der Farbe der restlichen Innenausstattung. Die Sitzbezüge verwendeten zwei verschiedene (Velours-) Stoffe, die auch im Ascona/Manta B verwendet werden. Dazu gab es Stahlfelgen wie beim Commodore.
 
Die C-Ausstattung bot Holzimitatleisten am Armaturenbrett (im Basis-Senator nur am Armaturenbrett, allerdings nicht im Basis-Monza) sowie an den Türverkleidungen und eine Veloursausstattung, die die gleichen Sitzbezüge umfasste, die auch im Rekord/Commodore Berlina verwendet wurden. Drehzahlmesser sowie zwei zusätzliche Cockpitinstrumente für Bordspannung sowie Öldruck waren ebenso serienmäßig wie 14-Zoll-5-Speichen-Alufelgen von Ronal (serienmäßig bereits im Basis Monza) sowie schmale Zierstreifen an den seitlichen Flanken, die farblich auf Außen- und/oder Innenfarbe abgestimmt waren. Abgerundet wurde das C-Paket durch einen serienmäßigen Werkzeugsatz.
 
Wahlweise gab es für Senator und Monza in der Basis- sowie der C-Ausstattung zusätzlich das S-Paket, das über einen schwarzen statt verchromten Kühlergrill verfügte, zusätzliche Cockpitinstrumente, eine straffere Fahrwerksabstimmung und ein „S“-Emblem auf den vorderen Kotflügeln sowie einen Werkzeugsatz beinhaltete.
 
Die Top-Ausstattungslinie CD gab es serienmäßig nur in fünf Metallicfarben (Weißgold, Opalgrün, Aquamarinblau, Astrosilber, Achatrot). Sie war nicht mit dem S-Paket kombinierbar, äußerlich an schwarzen Fenstereinfassungen sowie schwarz abgesetzten Alufelgen und einem seitlich an den vorderen Kotflügeln (ab August 1979) sowie in der Mitte des Lenkrads angebrachten „CD“-Emblem (bis August 1979) zu erkennen.
 
Darüber hinaus beinhaltete der Senator CD serienmäßig Lenkradhöhenverstellung, Automatikgetriebe, Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Sitzheizung, Leichtmetallräder, Scheinwerfer-Wisch-Wasch-Anlage, und Stereo-Radio/Cassettenspieler. Er war nur mit dem 3,0-Liter-Einspritzmotor lieferbar. Die Sitzgarnituren waren komplett (statt nur auf den Sitzflächen) mit Velours umspannt und nochmals aufwändiger gesteppt. Der Kofferraum war vollständig mit Velours-Teppichboden ausgekleidet. Die optionale Lederausstattung war nur in der Farbe Dunkelbraun erhältlich. Um die CD-Variante deutlich nach oben zu positionieren, verzichtete Opel anfangs sogar darauf, für diese Fahrzeuge eine Anhängerkupplung anzubieten.
 
Sowohl Senator als auch Monza wurden bei ihrem Erscheinen von der Autopresse (u. a. auto motor und sport) als ein ernstzunehmender Neuanfang für Opel in der oberen Mittelklasse gefeiert. Die wenigen Kritikpunkte betrafen vor allem die Ähnlichkeit von Karosserie und Innenraum zwischen Senator/Monza und dem Rekord E. Die Kritik war begründet, schließlich hatte Opel das Armaturenbrett und andere Innenraumdetails komplett vom billigeren Rekord E übernommen und lediglich mit Holzimitaten optisch „aufgewertet“. Diese kostensparenden Maßnahmen brachten deutlich zum Ausdruck, dass Senator und Monza ursprünglich in typischer Commodore-Tradition lediglich als leistungsfähigere und luxuriösere Rekord-Varianten konzipiert worden waren.
 
Der 3.0 E-Motor verhalf Senator und Monza zu überlegenen Fahrleistungen gegenüber der Konkurrenz, lief aber in höheren Drehzahlbereichen relativ rau, besonders im Vergleich zu den damals im Hinblick auf die Laufkultur als vorbildlich geltenden BMW-Reihensechszylindern, und litt bei Vollgasfahrten unter thermischen Problemen und Vibrationen, die erst durch Verwendung eines Motorölkühlers und andere Maßnahmen am Motor in der Baureihe A2 abgestellt wurden.
 
Der Senator erhielt 1978 die Auszeichnung „Das Goldene Lenkrad“ in der Klasse 3. Die Erklärung der Jury lautete: „Opel ist mit diesem Auto in die europäische Spitzenklasse vorgedrungen. Eine luxuriöse Limousine für besonders hohe Ansprüche, mit hohem Fahrkomfort, exzellenter Straßenlage und robustem Motor.“
 
Der Verkaufsstart verlief erfolgreich: Von Januar bis März 1979 wurden in Deutschland 9405 Neuzulassungen von Senator/Monza registriert, dagegen 10.447 Mercedes-Benz S-Klasse/SLC und 5462 BMW 6er/7er. Damit lag der Marktanteil von Senator/Monza in der Oberklasse bei gut einem Drittel. Die Verkaufszahlen sackten infolge der zweiten Ölkrise im Herbst 1979 drastisch ab. Betroffen hiervon waren fast alle Fahrzeuge in Deutschland mit großvolumigen Motoren; viele Fahrer von Fahrzeugen mit hohem Kraftstoffverbrauch versuchten – meist erfolglos –, diese zu angemessenen Preisen zu verkaufen, um auf sparsamere Fahrzeuge umzusteigen. Die daraus resultierenden geänderten Kundenbedürfnisse schlugen sich auch in den Werbekampagnen für Senator und Monza nieder, wo nunmehr statt des bisherigen Mottos „Form und Funktion“ der Schwerpunkt auf dem Thema „Economy/Energieeffizienz“ lag.
 

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