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Rover SD1 (1976-1986)

Der Rover SD1 bezeichnet eine Modellreihe von Fahrzeugen der oberen Mittelklasse, die British Leyland und die Austin Rover Group von Mitte 1976 bis Herbst 1986 herstellten.

Zwischen den Jahren 1976 und 1981 gab es einige geringfügige Überarbeitungen an dem Modell wie neue Firmenembleme vorne und hinten sowie neue Außenspiegel. Anfang 1978 wurde das V8-S Spitzenmodell eingeführt.
 
Im Mai 1982 enthüllte Rover die neuen, in Cowley gebauten, Modelle. Diese Autos unterschieden sich äußerlich nur durch einige kosmetische Änderungen an der Karosserie von ihren Vorgängern (die 2. Serie hat einen Chromrand an den Scheinwerfern, etwas niedrigere Rückfenster und eine glatte C-Säule), aber eine vollkommen neue Innenausstattung mit Holzapplikationen und geändertem Instrumententräger.
 
In diesem Jahr konnten sich SD1-Kunden auch für einen 2,0-l-Vierzylindermotor („O-Series“, Nachfolger der „B-Series“ mit obenliegender Nockenwelle) entscheiden, der auch in der Fließhecklimousine Princess und seinem Nachfolger Austin Ambassador sowie im Morris Ital verwendet wurde. Diese Version war für den in Großbritannien wichtigen Markt der Firmenflotten gedacht. Wegen des geringeren Hubraums wurde der Wagen günstiger besteuert.
 
Das Spitzenmodell der SD1-Modelllinie war der V8 mit elektronischer Benzineinspritzung. Zuerst wurde er nur im Herbst 1982 präsentierten Vitesse-Modell angeboten (als Nachfolger des Sportmodells V8-S), dann aber auch in die Basismodellversionen für USA und Australien eingebaut, damit diese den dortigen strengeren Regelungen zum Schadstoffausstoß entsprachen.
 
Später wurde der V8-Einspritzmotor in den luxuriöseren Vanden Plas eingesetzt, der dann Vanden Plas EFi genannt wurde (EFi – Electronic Fuel Injection). Die Bezeichnung bezog sich auf den ehemaligen Karosseriehersteller Vanden Plas, der seit einigen Jahrzehnten zum Leyland-Konzern gehörte und dessen Name mittlerweile zu einem bloßen Namenszusatz geworden war. Da die Klientel für ein solches Modell üblicherweise ein Automatikgetriebe wünschte, bot Rover dieses zuerst als Extra in der Vitesse-Preisliste an, strich es aber später wieder und empfahl interessierten Kunden stattdessen den Vanden Plas EFi. Die Sonderausstattungen waren denen der Vitesse ähnlich, wie zum Beispiel elektrisch verstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, ein Trip-Computer, verstellbare Lenksäule und eine Stereoanlage mit vier Lautsprechern (eine Besonderheit zu dieser Zeit). Dazu kamen Ledersitze, ein elektrisches Schiebedach und ein Tempomat. Darüber hinaus erhielt die Vitesse eine große Heckabrißkante, wurde tiefergelegt, das Fahrwerk straffer ausgelegt und die Front erhielt eine Schürze, die dem Wagen ein sportlich aggressives Aussehen gab. Dazu kamen noch größere 15"-Aluminiumräder (im damals populären „Wabendesign“, wie auch bei BMW oder Mercedes erhältlich).
 
Sehr selten sind Twin-Plenum-Vitesse-Modelle. Sie haben statt einer zwei Drosselklappen und wurden in sehr kleiner Zahl zur Homologation der Twin Plenum Racer hergestellt. Heute werden sie als die bessere Alternative zur Basisversion der Vitesse angesehen. Unter den SD1-Modellen gelten die Vitesse als begehrte Sammlerstücke.
 

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